
Wenn über Innovation gesprochen wird, geht es meistens ziemlich schnell um Technologie: um KI, Automatisierung, neue schnieke Tools, neue Plattformen und darum, was technisch alles möglich ist.
In der Praxis sieht es häufig anders aus: Innovation scheitert selten an fehlender Technik. Viel häufiger fehlt es an Orientierung, klaren Zuständigkeiten, nachvollziehbaren Entscheidungen und letztlich am Vertrauen, dass ein Vorhaben nicht nur technisch funktioniert, sondern auch organisatorisch trägt.
Und genau an dieser Stelle kommt der Datenschutz ins Spiel. Zumindest sollte er das.
Nicht als Bremse. Nicht als moralischer Zeigefinger. Und idealerweise auch nicht erst dann, wenn ein Vorhaben schon weitgehend entschieden ist und jemand kurz vor Abschluss fragt: „Kannst du mal eben draufschauen?“.
Datenschutz kann vielmehr dazu beitragen, Innovation belastbar zu machen. Deshalb gefällt mir das Bild vom Sicherheitsgurt der Innovation nach wie vor sehr gut. Denn ein Sicherheitsgurt soll schließlich nicht verhindern, dass wir Auto fahren. Er soll dafür sorgen, dass wir fahren können, ohne dass aus Fehlern, Unklarheiten oder Fehlentscheidungen unmittelbar ein Problem wird.
Ausgangspunkt für den Beitrag in der Ausgabe der BvD-NEWS 2/2026 (erscheinen im Juli 2026) war die Keynote von Regina Mühlich beim 2. Mitteldeutschen Datenschutztag im März 2026 in Erfurt. Dabei hat sie sich mit der Frage beschäftigt, was es braucht damit Vertrauen in Innovations- und Transformationsprojekten tatsächlich entstehen kann und warum gute Absichten allein eben nicht ausreichen.
Im Kern geht es dabei um drei Fragen:
- Entscheidungsklarheit,
- Risikoklarheit und
- Kommunikationsklarheit.
Also darum:
- Wissen wir eigentlich genau, was wir tun wollen?
- Wer ist dafür und wofür verantwortlich?
- Wo kann es knirschen?
- Und können wir verständlich erklären, was mit den Daten passiert und warum?
Eigentlich selbstverständliche Fragen. In der Projektrealität werden sie aber oft erst gestellt, wenn das Vorhaben längst Fahrt aufgenommen hat. Vorher begegnen einem eher Aussagen wie: „Das ist doch nur ein Pilot.“ oder „Wir machen das erst mal schnell.“ Und natürlich der Klassiker: „Das machen wir später.“ Wobei „später“ in vielen Unternehmen ein bemerkenswert belastbares Datum ist. Es liegt irgendwo zwischen nächster Woche und nie.
Das Fazit ist daher ziemlich einfach (und auch nicht neu): Datenschutz sollte bei Innovation nicht erst dann hinzukommen, wenn es ungemütlich wird. Richtig eingesetzt schafft er Struktur, macht Risiken sichtbar und hilft dabei, Entscheidungen erklärbar und damit tragfähig zu machen.
Den vollständigen Fachbeitrag aus der Ausgabe 2/2026 der BvD-News finden Sie hier: BvD-News_2026-2_MühlichR_Innovation mit Sicherheitsgurt
Grundlage dieses Beitrags ist die von der Autorin, Regina Mühlich, im Rahmen des 2. Mitteldeutschen Datenschutztages am 10. März 2026 in Erfurt gehaltene Begrüßungs-Keynote „Innovation mit Sicherheitsgurt: Vertrauen entsteht durch gute Entscheidungen – nicht durch gute Absichten“.


